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©arsten Lübbert
Von gelben, bunten und grauen Blitzen

von
unbekannt



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Naturkundliches; Heiteres
Jetzt, im Sommer, blitzt und kracht es schon mal. Aber, wer bei uns am Kanal wohnt., der kann auch Blitze ohne Donner erleben.
Nichts ahnend geht er am Kanal entlang. Plötzlich kreuzt eine knallgelbe Erscheinung blitzartig seinen Weg. Aber bevor er recht hinsehen kann, ist die Erscheinung schon verschwunden. Und gleich darauf dringt ein melodisches Pfeifen an sein Ohr. Es hat einen leicht schelmischen Unterton, als wollte der Pirol sagen: „Hören kannst du mich wohl, aber sehen nur ganz, ganz selten. – Und überhaupt, wo gibt’s mich noch –außer am Kanal?!“
Leider auch immer seltener ist der bunte Blitz zu sehen. Er, der Eisvogel, ist nicht so scheu wie der Pirol. Aber beim Ausbau der Kanalufer hat man wohl vergessen, an ihn zu denken: keine günstigen Uferhänge mehr, keine übers Wasser ragenden Äste, von denen er auf Beute lauern könnte.
Oder liegt es am grauen Blitz, dass der Eisvogel seltener geworden ist? – Wohl kaum! Der hat jede Menge Amseln zur Verfügung und auch noch genügend Spatzen und anderes Gefieder. Wer die Augen offen hat rund um den Kanal, der sieht wie er, der Sperber, pfeilschnell und blitzartig in niedriger Höhe geschickt zwischen Bäumen und Büschen hindurch saust, sein Ziel fest im Auge und kurz darauf auch fest im Griff.
Also, wer mit offenen Augen und wachen Sinnen am Kanal entlang geht, wird ganz schnell blitzgescheit. – So sind sie eben, die Kanalansässigen!