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©arsten Lübbert
Die Konsumbrotbrücke

von
unbekannt



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Historisches
Es muß im Jahr 1951 gewesen sein.
Damals habe ich in Lauenburg in der Elbstraße bei Bäckermeister Stallmann als Geselle gearbeitet. Es gab in der Zeit "Konsumbrot", das heißt, es wurde eine landläufige Brotsorte vom Staat subventioniert, um dem Verbraucher preisgünstiges Brot anzubieten.
Im Land Schleswig-Holstein betraf dies das normale Schwarzbrot, in Hamburg war es Mischbrot und in Niedersachsen ebenso.
Mittwochs und Samstags war in Lauenburg Wochenmarkt. Dann waren auch Brotverkäufer aus Niedersachsen auf dem Markt und hatten Mischbrot, das einige Groschen billiger war als in Lauenburg üblich. Daran hatten sich die Bäcker in Lauenburg zähneknirschend gewöhnen müssen. Sie merkten es ja auch in ihrer Ladenkasse an diesen beiden Markttagen.

Und nun wurde die neue Brücke über die Elbe gebaut und die Niedersachsen-Bäcker, die vorher mit der Fähre über die Elbe kamen und dafür Zeit und auch Fährgeld aufwenden mußten, waren schneller und billiger auf dem Wochen-Markt . Das merkten die Lauenburger Bäcker sehr bald und auch schmerzhaft in der Kasse. Dann war tatsächlich in unseren Läden tote Hose.

Unsere Bäcker waren so böse, daß sie am liebsten alle Brotkutscher aus dem Süden von der Brücke schmeißen würden, wenn sie nur könnten.

Und so kam es, daß unter den Kollegen ein Name für die schöne neue Brücke geprägt wurde.
Sie hieß dann: " Die Konsumbrot-Brücke. "