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©arsten Lübbert
Die Schwalben

von
Marianne Käver



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Naturkundliches

Seit ich Großstadtpflanze am Kanal wohne, gilt meine Neugier allem, was da kreucht, und besonders, was da fleucht. Vögel zu beobachten, ist spannend und macht mir ausgesprochen Freude. Umgekehrt scheint da auch so etwas wie Sympathie zu sein. Denn zum dritten Mal in Folge hat ein Schwalbenpaar sein Nest auf dem Dachbalken neben meiner Haustür gebaut, zugegebenermaßen in diesem Jahr nicht sehr ordentlich. Das Schwalbenpaar flog tagelang über meinen Garten zum Kanal und zurück, bevor es endlich anfing, das Haus für seine Nachkommenschaft zu bauen, und dann ging alles blitzschnell und eben etwas sehr nachlässig, so dass der ein oder andere Jungvogel schon mal aus dem Nest fiel und von Menschenhand wieder hineingesetzt werden musste. Mutter und Vater schafften unermüdlich Nahrung heran, um das Kleinvieh groß zu ziehen. Dann begannen die Flugstunden – auch nicht so wie sonst. Im vergangenen Jahr saßen die Jungen nebeneinander aufgereiht auf dem Zaun, warteten auf das Startzeichen der Eltern, und dann ging es los – ab in die Lüfte. Dieses Mal klappte fast gar nichts. Es gab Einzelstunden. Die eine Jungschwalbe saß auf dem Schuppen, die andere auf dem Rasen, die anderen beiden auf dem Schmet¬terlingsflieder, wo sie sogar übernachtet haben, weil am Abend der Start von den wippenden Zweigen des Strauches einfach nicht klappen wollte. Mutter und Vater Schwalbe gaben ihr Bestes, und sie haben es geschafft, alle ihre Kinder in die Welt am und über dem Kanal zu entlassen.

Marianne Käver