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©arsten Lübbert
Also doch? - Ein Wolf?

von
Dr. Werner von Hoerschelmann



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Naturkundliches
Am 25 Mai 2007 stand es in allen Nachrichtenblättern: im niedersächsischen Forst von Unterlüß bei Celle wurde ein Wolf gesichtet. Vor einigen Wochen wurde in der Nähe Lübecks ein Wolf überfahren. Es gibt ihn also wieder bei uns, den Isegrimm aus früheren Zeiten, den gefürchteten Helden vieler Märchen uns Sagen, den Ahnherrn unserer Hunde.
"Bei uns?" - Damit ist hier der Kanal und seine Umgebung gemeint. Dazu zählt auf jeden Fall die Nähe Lübecks - aber auch das Waldstück zwischen Lauenburg und Boizenburg, das zu DDR-Zeiten teilweise in einem Urwald ähnlichen Zustand war und immer noch sehr urig ist.
Vor ca. 1 1/2 Jahren fuhr ein Kanalanrainer dort auf der B5 nach Boitzenburg. Plötzlich sah er am Waldrand einen großen Hund. - Aber war das ein Hund??
Seine Hunderfahrung machte ihn stutzig. Der hier sah anders aus als etwa ein wolfsfarbener Schäferhund. Die Ohren waren kleiner, die Rute war kürzer, der Schädel war massiger. Die Stellung der Augen konnte er leider nicht erkennen. Die gebückte, fließende Bewegung des Tieres erinnerte ihn an den in Filmen oder Gehegen häufig beobachteten Wolfstroll. Er trat auf die Bremse, um genau hinzusehen. Da sprang das Tier ab ins Gehölz - mit einer Bewegung, wie er sie nur bei Wildtieren gesehen hatte.
"Das war doch kein Hund. Das sah ja tatsächlich aus wie ein Wolf," sagte er laut zu sich selber - glaubte es sich aber selbst nicht ganz.
Inzwischen mehren sich die Begegnungen mit Wölfen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.
Also doch! - Es war ein Wolf! - jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Wie in Unterlüß sollten wir diesen "Spätheimkehrer" willkommenheißen - auch bei uns am Kanal!

Werner Hoerschelmann