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©arsten Lübbert
Die Zukunft beginnt.... an einem Bistro - Tisch

von
J. Lentz



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Alltägliches
Wanderer, kommst du von Krummesse über den Kanal, ersteigst die Höhe, gehst auf der Landstraße weiter bis zum Ortsbeginn von Bliestorf. In der ersten großen Linkskurve nach dem Ortsschild, wendest du dich nach rechts in die Kastanienallee und folgst dieser bis zum Gut Bliestorf. Dort nämlich hat die Zukunft schon begonnen....

Seit Oktober 2005 entwickeln wir, ein kleiner Initiativkreis, zusammen mit einem Projektentwickler das „Zukunftsdorf“ auf dem Gelände des ehemaligen Gutes Bliestorf. Aber eigentlich benötigten wir dafür einen richtigen öffentlichkeitswirksamen Auftakt. Und das kam so.

Für den Trenthorster Herbstmarkt 2007 trafen sich die Aussteller dort zu einem Vorbereitungstreffen. Reihum stellten sich die Teilnehmer in einer großen Runde vor. Darunter war auch Herr Eisenbeiß von der „Region Aktiv Lübecker Bucht“ (kurz RALB genannt). Nach dem offiziellen Teil gehe ich mit Steak und Salat an seinen Tisch und frage ihn: „Herr Eisenbeiß, sie verwalten doch die EU – Gelder für die Region. Warum bekommen wir kein Geld für unser Projekt ?“ Er antwortet: „Weil ich keinen Antrag und kein Projekt von Ihnen habe.“ „Ok, das können wir ja schnell ändern“, sage ich, „was ist denn dafür nötig?“ Und so entwicklen wir zwischen Kartoffelsalat und Würstchen mal so eben ein förderfähiges Projekt fürs Zukunftsdorf, -- nämlich für einen „Inforaum“ mit Ausstellung und Dokumentation, sowie Treffpunkt, Küche, Sanitäranlagen. „Und wann müssen die Anträge bei Ihnen sein?“ „Am besten übermorgen! Unser Büro besteht nämlich nur noch acht Wochen und wird dann aufgelöst.“ Oha, das ist man bannig knapp. ---


Die Telefondrähte glühen, die eMails flitzen. Ist das überhaupt zu schaffen ? Förderantrag, Bauantrag, Pläne, Kostenkalkulation, Finanzierungsplan, Bankzusagen, --- das alles innerhalb weniger Tage!
Vier Wochen später auf dem Herbstmarkt: wen treffe ich ? Herrn Eisenbeiß. „Warum gibt es denn immer noch keine Förderzusage?“ Es stellt sich heraus: da sind Nachrichten verloren gegangen. Schnell werden die entscheidenden Leute zusammengebracht, um zu klären, was noch offen ist.
Mitte Oktober, RALB ist schon in Auflösung begriffen, spricht sich der Vorstand von RALB buchstäblich auf seiner letzten Sitzung in einem wohlgesetzten Schreiben für eine Förderung aus.
Fördersumme: 30.000€, auszugeben und abzurechnen bis 30. November. Jedem ist klar: das ist gar nicht so zu schaffen. Was folgt, ist eine logistische Meisterleistung des Architekten, der die Maßnahme koordiniert; „Blindflug im Nebel“, nennt er das.
Ende Oktober ist eine erste Baubesprechung. Schüler von Haus Arild machen die ersten vorbereitenden Maßnahmen. Es dauert etwa zehn Tage, bis der Zimmermann die Balken stellt und die Schadhaften austauscht. An den Wochenenden wird von einer kleinen Schar Unentwegter gewerkelt. Der Einweihungstermin wird immer wieder verschoben.
Am 15. März ist es dann soweit: zusammen mit ca. 80 geladenen Gästen aus dem näheren Umkreis findet die Eröffnung statt, mit feierlichen Worten der Initiativträger, mit Trommelmusik, gemeinsamem Musizieren auf Hölzern und Steinen und dem „Lied auf die Zukunft“.


J. Lentz

Näheres auch unter: http://www.zukunftsdorf-bliestorf.de/